Bunker-Dokumentationsstätten

Bunker-Dokumentationsstätten

Diese Internetseite informiert über Dokumentationsstätten, die in der Zeit des Kalten Krieges als Bunker von Bund und Ländern geheim errichtet und betrieben wurden. Von hier sollte die Arbeit im Kriegsfall fortgesetzt werden. Mit der Entspannungsperiode ab 1990 wurden diese Ausweichsitze nicht mehr gebraucht und aufgegeben. Einige können heute besichtigt werden und bringen sich als Dokumentationsstätten in die historische Aufarbeitung des Kalten Krieges ein. Sie informieren über die Bauwerke, die technische Einrichtung und über die ehemalige Aufgabe.


Aktuelles

Zusätzliche „Eifel-Bunker-Tour“ im März 2022Zusätzliche „Eifel-Bunker-Tour“ im März 2022 Bunker Gosen am 30./31. Oktober geöffnetBunker Gosen am 30./31. Oktober geöffnet
Regierungsbunker Bad Neuenahr-Ahrweiler

Regierungsbunker Bad Neuenahr-Ahrweiler

Groß, teuer, geheim, beeindruckend: So lässt sich der „Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik im Kriegs- und Krisenfall“ in wenigen Worten beschreiben. Seit März 2008 bietet der einstmals 17,3 Kilometer lange Regierungsbunker auf 200 Metern in einer komplex eingerichteten Dokumentationsstätte umfangreiche Informationen zu Technik und Aufgabe. Die urbane Ausstrahlungskraft des Bunkers, in dessen rückgebauten Teil man hineinsehen kann, beeindruckt Jahr für Jahr 80.000 Besucher aus aller Welt.


Ausweichsitz Nordrhein-Westfalen

Ausweichsitz Nordrhein-Westfalen

Diese Bunkeranlage ist bundesweit einmalig: Weitestgehend im Originalzustand, funktioniert die Technik, ist alles an seinem Platz. Der Ausweichsitz der Landesregierung Nordrhein-Westfalen wurde 1964 gebaut und 1993 durch den Nutzer aufgegeben, schließlich 1997 verkauft. Der neue Eigentümer pflegte die Anlage und bereitete langfristig eine museale Nutzung vor. Die Bunkeranlage und ihre Einrichtung informieren auf beeindruckende Art, wie das deutsche Krisenmanagement über einzelne Bereiche als großes Ganze aufgebaut war. Die Dokumentationsstätte steht seit Sommer 2009 offen.


Ausweichführungsstelle HV A

Ausweichführungsstelle HV A

Die Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit war der Auslandsnachrichtendienst der DDR. Für die Ausbildung der „Spione“ wurde ab 1981 in Gosen bei Berlin eine komplexe Schulungseinrichtung aufgebaut und 1988 übergeben. Im abgelegenen Bereich des weiträumigen Geländes wurde unter höchster Geheimhaltung die geschützte „Ausweichführungsstelle“ der HV A eingerichtet (Fertigstellung 1984). Aus diesem Bunker sollte die HV A-Führung um Markus Wolf (ab 1986 Werner Großmann) auch unter Kriegsbedingungen handlungsfähig bleiben. Die Anlage steht 2019 erstmals der Öffentlichkeit als Dokumentationsstätte offen.


Ausweichsitz Landeszentralbank NRW

Ausweichsitz Landeszentralbank NRW

Der Geldversorgung im Krisenfall kam während des Kalten Krieges eine hohe Bedeutung zu, und so richteten die Bundesbank und mehrere Landeszentralbanken (LZB) an geheimen Orten Bunker- und Tresoranlagen ein. Für die LZB Nordrhein-Westfalen wurde von 1966 bis 1969 in Satzvey ein Bunkerkomplex unter der später darüber erstellten Mittelpunktschule gebaut. Bis 1989 fanden in der Anlage Belegungen und Übungen statt, 1990 wurde der Bunker aufgegeben. Im Mai 2012 steht die Anlage erstmals der Öffentlichkeit offen. Das Projekt wird zusammen mit der Stadt Mechernich umgesetzt.


Ausweichsitz Rheinland-Pfalz

Ausweichsitz Rheinland-Pfalz

Als „Flugzeugträger Rheinland-Pfalz“ bezeichnete einst Ministerpräsident Bernhard Vogel das Bundesland, das er 12 Jahre regierte. In seine Amtszeit fällt auch die Entscheidung für den Ausbau des geschützten Ausweichsitzes unter der Turnhalle eines Gymnasiums in Alzey. Oben Schulsport, darunter atomare Verwaltung im Kriegsfall – so wurde es 1979 gebaut und bis 1992 betrieben. Einige Bunkerräume erinnern mit ihrer Einrichtung noch immer daran und konnten 2011 erstmals besichtigt werden. Das 1.140 qm große Bunkerareal auf zwei Ebenen steht für Besichtigungen einmal jährlich im November offen.


Abschnittsführungsstelle Frankfurt/Main

Abschnittsführungsstelle Frankfurt/Main

Die Mainmetropole Frankfurt wäre im Kriegsfall ein strategisch wichtiges Ziel gewesen: Die Lage am Fluss, das Finanzzentrum wie auch der Flughafen als Drehscheibe der USA und nicht zuletzt die erwartete Hauptstoßrichtung des Ostblocks durch die „Fulda Gap“ (Fulda-Lücke) Richtung Frankfurt/Main. Insofern galt es für den Kriegsfall, diese Stellung möglichst lange zu halten. Entsprechend war ein ganzes Netzwerk von Bunkeranlagen für die Stadtspitze geplant. Gebaut wurde dann aber eine Anlage in Ilbenstadt, 25 Kilometer nördlich von Frankfurt, die in ihrem Originalzustand heute besichtigt werden kann.